Diabetes

Praxisinformation für  Kunden der Tierarztpraxis Dr. med. vet. R. Heimes


Viele ältere Menschen leiden unter Diabetes (der so genannten Zuckerkrankheit) und auch bei unseren Haustieren wird diese Erkrankung immer häufiger diagnostiziert. Wenn Diabetes nicht behandelt wird, kann die Erkrankung schwerwiegende Folgen haben und Ihr Tier wird letztendlich daran sterben. Glücklicherweise können die meisten Tiere, die an Diabetes leiden, heute erfolgreich behandelt werden und ein normales, glückliches Leben führen. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Sie bereit sind, Zeit und Geld in die Pflege Ihres Tieres zu investieren.

1. Was ist Diabetes mellitus? 
Diabetes ist eine Erkrankung, der ein Mangel an Insulin zu Grunde liegt. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckergehalt kontrolliert. Wenn zu wenig Insulin vorhanden ist, häuft sich der mit der Nahrung aufgenommene Zucker im Blut an und wird teilweise über den Urin ausgeschieden. 

2. Wieso hat mein Tier Diabetes?
Wenn bei Ihrem Tier Diabetes festgestellt wird, fragen Sie sich vielleicht, ob Sie etwas falsch gemacht haben. Unglücklicherweise scheinen einige Tiere einfach anfälliger zu sein als andere. Hündinnen im mittleren Lebensabschnitt sind am häufigsten von dieser Krankheit betroffen, aber prinzipiell kann sie jeder Hund bekommen. Übergewichtige Hunde haben ebenfalls ein leicht erhöhtes Risiko. Bei weiblichen Hunden tritt die Krankheit häufig ein bis zwei Monate nach der Läufigkeit auf, was mit den hormonalen Umstellungen zusammenhängt. Es ist auf jeden Fall ratsam, Hündinnen kastrieren zu lassen. 

3. Was sind die Anzeichen von Diabetes ?
Tiere, die an Diabetes leiden, haben einen hohen Blutzucker sowie Zucker im Urin. Sie sind durstiger als gesunde Hunde und nehmen oft an Gewicht ab, obwohl sie viel fressen. Wenn die Krankheit unbehandelt bleibt, können sich z.B. Augen- und Nierenerkrankungen entwickeln. Wenn die ersten Anzeichen übersehen werden, treten schwerwiegendere Symptome auf, wie z.B. Erbrechen und Niedergeschlagenheit. Bleibt die Krankheit über Monate unbehandelt, können betroffene Tiere ins Koma fallen und sterben.

4. Kann Diabetes behandelt werden?
Hunde mit Diabetes müssen regelmäßig, üblicherweise einmal täglich, mit Insulin-Spritzen behandelt werden, um ihren Blutzucker unter Kontrolle zu halten. Da Diabetes leider unheilbar ist, muss Ihr Hund diese Injektionen für den Rest seines Lebens erhalten und die Nahrung muss sorgfältig überwacht werden. Tischabfälle sind streng verboten. Fütterungszeiten, Bewegung und Injektionen müssen genau aufeinander abgestimmt werden.

5.Wieso brauchen diese Hunde Injektionen?
Einige Menschen leiden unter einem bestimmten Typ von Diabetes, der alleine mit einer strengen Diät behandelt werden kann. Dieser Typ von Diabetes kommt beim Hund nicht vor, weshalb alle Hunden Injektionen benötigen. Auch die für den Menschen entwickelten Injektionsgeräte, die das Insulin ohne Nadel injizieren, können beim Hund nicht angewendet werden, weil ihre Haut viel dicker ist.

6.Ich kann meinen Hund nicht spritzen!
Unglücklicherweise ist die regelmäßige Injektion von Insulin die einzige Möglichkeit, den erkrankten Tieren ein glückliches Leben zu ermöglichen. In den meisten Fällen ist es einfacher, Ihren Hund direkt nach der Injektion zu füttern. Ihr Hund lernt dann sehr schnell, dass er nur einen Moment lang für die Injektion stillhalten muss und danach sein Futter bekommt. 

7.Muss mein Hund regelmäßige tierärztliche Behandlungen haben?
Ihr Hund sollte regelmäßig von uns untersucht werden, um zu überprüfen, wie es ihm geht und ob die Behandlung anschlägt. Dabei wird unter anderem auch das Gewicht Ihres Hundes kontrolliert und regelmäßig eine Blutuntersuchung durchgeführt. 
Sollten Sie sich auch nur die geringsten Sorgen machen, fragen Sie uns!

8.Welche Komplikationen können auftreten?
Der Blutzucker ist zu niedrig -
Wenn dieser Zustand unbehandelt bleibt, kann dies zu einer bleibenden Schädigung des Gehirns führen. Die Symptome treten sehr schnell auf! Ihr Hund wird unruhig, scheint verwirrt, zittert, krampft oder fällt ins Koma. Geben Sie Ihrem Tier sofort etwas Zucker ins Maul, entweder aufgelöst in etwas Wasser oder in Form von Würfelzucker. Wenn Ihr Tier bei Bewusstsein ist, können Sie ihm auch Futter anbieten, dass er freiwillig fressen sollte. Falls Sie die beschriebenen Anzeichen bei Ihrem Tier bemerken, sollten Sie möglichst umgehend bei uns anrufen.

Der Blutzucker ist zu hoch -
in diesem Fall entwickeln sich die Symptome langsam und Ihr Hund fühlt sich über Tage hinweg immer unwohler. Wenn das Problem schlimmer wird, kann Ihr Hund ebenfalls in ein Koma fallen, allerdings hat in diesem Fall die Gabe einer Zuckerlösung keinen Effekt. Wenn Sie auch nur den kleinsten Verdacht haben, dass sich Ihr Hund unwohl fühlt, rufen Sie uns unverzüglich an

Falls Sie noch Fragen haben, beraten wir Sie gerne!
Ihr Praxisteam der Tierarztpraxis Dr. med. vet. R. Heimes